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Die Pflege jetzt entlasten!

Diakonie RWL fordert eine bessere Unterstützung der Einrichtungen

Die Altenheime, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe arbeiten am Limit. „Es ist schon kurz vor zwölf. Wir haben derzeit einen Krankenstand von rund 30 Prozent bei unseren Mitgliedseinrichtungen“, sagt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL). „Ausfälle aufgrund von Erschöpfung und Krankheit bringen unsere Einrichtungen an den Rand ihrer Möglichkeiten.“ Die Einrichtungen müssten jetzt besser unterstützt werden, um Pflege, Testungen und Impfungen in der akuten Phase der Pandemie zu gewährleisten.

Das penible Einhalten der Corona-Bestimmungen werde sehr ernst genommen. „Die Sorge aufgrund der massiv steigenden Infektionszahlen begleitet all unsere Mitarbeitenden tagtäglich.“ Heim- und Einrichtungsleitungen schulten ihre Mitarbeitenden regelmäßig und informierten sie oft mehrmals täglich über die sich häufig verändernden Bestimmungen. Bereits jetzt sei die tägliche Arbeit zwischen der originären Pflege, den Testungen und Besuchen kaum zu schaffen.

Besuche müssen weiter möglich sein

„Wir fühlen uns zerrissen“, so der Diakonie RWL-Vorstand. „Die Besuche müssen unbedingt weiter möglich sein. Gleichzeitig sehen wir, dass die Testungen und bald die Impfungen zusätzlich zur regulären Arbeit anfallen.“ Die Pflegekräfte müssten dabei dringend entlastet werden. Freiwillige, Hilfswerke oder die Bundeswehr − jede und jeder, der oder die bereit ist, die Situation zu entschärfen, ist willkommen. Auch das Freiwilligenregister (www.freiwilligenregister-nrw.de) könne Abhilfe schaffen. Dies würden jedoch erst die nächsten Wochen zeigen.

Umsetzung der Impfstrategie verschärft die Lage dramatisch

Es sei eine große Erleichterung, dass das Land NRW noch in diesem Jahr mit den Impfungen der Risikogruppen beginnen könne. „Hier muss aber angesichts der extrem dünnen Personaldecke nachgebessert werden“, fordert Heine-Göttelmann. Es sei ein hoher Aufwand an Vorbereitung notwendig. „Die Einrichtungen sollen dem ambulanten Impfteam, das quasi einfliegt, eine komplette Kranken-Vorgeschichte in zweifacher Ausfertigung vorgelegen. Dies erfordert gerade bei überwiegend dementen Menschen Gespräche mit den Angehörigen und gesetzlichen Vertretungen und einfühlsame und langwierige Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst.“ Diese organisatorische Vorarbeit könne nicht noch zusätzlich von den Alten- und Pflegeheimen geleistet werden. „Die Landespolitik darf die Einrichtungen mit dieser Mehrbelastung nicht alleine lassen und die Impfvorbereitung nicht alleine auf die Pflegekräfte abwälzen“, betont der Vorstand.

Hintergrund: Die Diakonie RWL vertritt 450 stationäre Altenheime mit 40.000 Plätzen und 280 ambulant Diakonie-Pflegestationen sowie etwa 150 Tagespflegeeinrichtungen.

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