Zwischen Moldau und Hiller Moor
Fachdienst JobConnect der Diakonie Stiftung Salem organisiert Prag-Austausch für Menschen mit Behinderung
Minden, 07.11.2025. Grenzen überwinden, Kulturen verbinden: Unter dem Titel „Unbehinderte Begegnung“ haben der Fachdienst JobConnect der Diakonie Stiftung Salem und das Prager Centrum St. Martini gemeinsam mit der Organisation Pragkontakt einen inklusiven Bildungsaustausch initiiert. Im Mittelpunkt stand dabei die Bedeutung der Demokratie. Ende September waren zehn Teilnehmende aus Prag für fünf Tage in Minden zu Gast, nun ging es für die Mindener in die tschechische Hauptstadt. Für die Teilnehmenden mit Behinderungen war es ein einmaliges Erlebnis, das viele neue Perspektiven eröffnet hat.
„Wir wollen unseren Klientinnen und Klienten Erfahrungen ermöglichen, die über die rein berufliche Entwicklung hinausgehen“, sagt Petra Meyer zu Allendorf. Als Inklusionsassistentin begleitet sie für den Fachdienst JobConnect Menschen mit Behinderungen auf dem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. „Neben der Vermittlung von sozialen Schlüsselkompetenzen ist es ein wichtiges Ziel, dass sich die Teilnehmenden mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen, um eigene Standpunkte beziehen zu können“, erklärt sie. Schon in der Vorbereitung befassten sich die Teilnehmenden des Fachdienstes JobConnect daher mit unterschiedlichen Aspekten und der Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten im Alltag.
Höhepunkt war dann die erste Austauschwoche in Minden. Die Teilnehmenden besuchten unter anderem die Diakonischen Werkstätten und die Wichernschule der Diakonie Stiftung Salem. Außerdem stand eine naturkundliche Führung durch das Hiller Moor auf dem Programm, gefolgt von einer Mühlenführung mit kulinarischem Abschluss in der Windmühle Eickhorst. Der „Verein für Demokratie und Vielfalt“ hatte zudem eine Führung durch Minden organisiert, mit Besuchen im Mindener Museum, in der Synagoge und im historischen Rathaus. „Die Teilnehmenden waren sehr nett. Es war faszinierend zu sehen, dass der Ansatz der inklusiven Arbeit dort komplett anders ist“, erzählt Bastian Teckenburg, Teilnehmer des Fachdienstes JobConnect. In Prag gebe es zum Beispiel inklusive Cafés, die Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen bieten.
In einem dieser Cafés konnte Bastian Teckenburg jetzt nicht nur ein Stück Kuchen genießen, sondern sich auch selbst in der Küche ausprobieren. Mitte Oktober ging der Austausch nämlich mit einer Reise nach Prag weiter, wo die Teilnehmenden im Trainingscafé Martin gemeinsam kochten und ins Gespräch kamen. Neben einem Seminarprogramm standen natürlich auch ein Rundgang durch die Goldene Stadt und eine Moldauschifffahrt auf dem Programm.
„Für die Gruppe war es eine großartige Erfahrung“, berichtet Petra Meyer zu Allendorf. Axel Timmerberg vom Fachdienst JobConnect zeigt sich zudem begeistert vom wertschätzenden und herzlichen Umgang der Teilnehmenden miteinander. Beide sind deshalb besonders dankbar für die zahlreichen Spenden, die diesen Austausch ermöglicht haben. Neben der Bildungsorganisation Pragkontakt, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Robering-Stiftung, haben auch heimische Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung geleistet. Hierzu gehören WAGO, die REexpect GmbH und die Volksbank Ostwestfalen.











