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Pflegeausbildung gestern, heute und morgen

Ursula Kocs, Leiterin der Evangelischen Pflegeakademie ,(v.l.) gemeinsam mit Ilka Köther, einer der Wegbereiterinnen der professionellen Altenpflegeausbildung in Deutschland.

An der Evangelischen Pflegeakademie beginnt der letzte Kurs der klassischen Altenpflegeausbildung, bevor 2020 die generalistische Pflegeausbildung startet. Dafür war mit Ilka Köther eine Wegbereiterin der modernen Altenpflegeausbildung in Deutschland zu Gast

An der Evangelischen Pflegeakademie der Diakonie Stiftung Salem sind im Oktober 28 Auszubildende in ihre Ausbildung zur Fachkraft für Altenpflege gestartet. Es wird der letzte Kurs sein, der hier diesen Abschluss erwirbt, denn mit dem Pflegeberufegesetz ändert sich ab 2020 die Ausbildung für angehende Pflegekräfte grundlegend. Die bisherigen Ausbildungsgänge zum Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger beziehungsweise zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger werden dann durch einen neuen Ausbildungsgang ersetzt. An der Evangelischen Pflegeakademie erwerben Absolventen zukünftig den Abschluss als Pflegefachmann oder Pflegefachfrau, der europaweit anerkannt ist.

Zum Start des letzten Kurses nach klassischer Ausbildungsordnung hatte die Pflegeakademie einen besonderen Gast eingeladen. Mit Ilka Köther war eine Wegbereiterin der Altenpflegeausbildung vor Ort, die die zunehmende Professionalisierung der Altenpflege nicht nur erlebt, sondern entscheidend geprägt hat. Von 1990 bis 2005 wirkte Ilka Köther als Leiterin des Ev. Fachseminars für Altenpflege der Diakonissenanstalt Salem Köslin-Minden, Vorläufer der heutigen Pflegeakademie. Sie ist aber auch Herausgeberin eines der renommiertesten Lehrbücher für Altenpflege, das Standardwerk „Altenpflege“, erschienen im Thieme Verlag.

Vor den angehenden Altenpflegekräften der Pflegeakademie berichtete Frau Köther vom Pflegenotstand in der Krankenpflege in den 1970er Jahren und der Entwicklung der Altenpflegeausbildung. Gegen den Willen ihrer Mutter begann Ilka Köther die Ausbildung zur Krankenschwester in Bethel. „Pflege hatte einen schlechten Ruf“, so Köther. Dies war auch den damaligen Arbeitsbedingungen und der schlechten Bezahlung geschuldet.

Nach der dreijährigen Grundausbildung zog es Ilka Köther nach Berlin, wo sie sich an der Schwestern-Hochschule der Diakonie zur sogenannten Lehrschwester ausbilden ließ. Danach folgten Lehrtätigkeiten in der Heilerziehungspflege-Ausbildung und als Studienleiterin einer Weiterbildungsstätte für Gemeindekrankenpflege. Danach übernahm sie die Leitung einer Altenpflegeschule in Baden-Württemberg. Hier wurde ihr klar, dass die Inhalte der Altenpflegeausbildung so umfassend und bedeutend sind, dass es dringend eines speziellen Lernbuches für die Altenpflege und einer Professionalisierung des Berufes bedurfte.

Zusammen mit engagierten Kolleginnen und Kollegen entwickelte sie ein Lehrbuch für Altenpflege. „Das erste Buch, dass sich speziell mit der Pflege älterer Menschen befasst hat“, erzählte Ilka Köther.

Bis heute, viele Jahre nach ihrem Eintritt in den Ruhestand, gibt Ilka Köther das Standardwerk mit regelmäßigen Aktualisierungen heraus. Sie förderte damit etwa maßgeblich die Etablierung der aktivierenden Pflege, die darauf abzielt, die Selbstständigkeit von Menschen im Alter längstmöglich zu erhalten. „Pflege mit Händen in der Hosentasche“, zitiert Ilka Köther den Pflegewissenschaftler Erwin Böhm.

Nach der zunehmenden Anerkennung der Altenpflege als eigenständiger Beruf ist die generalistische Ausbildung nun ein weiterer Schritt zur Professionalisierung der Ausbildung. Ilka Köther warb dafür, die Besonderheiten der Pflege älterer Menschen dabei nie aus den Augen zu verlieren. „Sie erlernen den einzigen Beruf, der die Situation alter Menschen mit ihren menschlichen, gesundheitlichen und sozialen Problemen in den Blick nimmt“, sagte Köther den angehenden Pflegekräften. Und noch einen Rat hatte sie für die Auszubildenden: „Wenn Sie irgendwann das Gefühl haben, es wird ungerecht in der Pflege, gehen Sie auf die Straße.“

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